hej hej
So, nun ist es endlich soweit. Ich fange mit den Eintragungen für den Monat November an. Der Monat ist zwar schon fast vorbei, aber besser spät als nie.
Heute ist der 23.11. und ich komme gerade von einem winterlichen Spaziergang zurück.
Winterlich bedeutet in diesem Fall nicht die -7 Grad, die wir gestern noch hatten, sondern die ca. 5-10 cm Schnee, die überall rumliegen. Aber dazu später mehr, alles zu seiner Zeit.
Die erste Novemberwoche verlief eher ruhig (was soll auch schon immer groß passieren).
Zwischen Sport, Wäschewaschen, Schwedischkurs und sonstigem Alltag, gab es nichts Erwähnenswertes.
Interessanter wird der November erst ab Sonntag dem 07.11.. An diesem Tag hat zum einen Jessi Geburtstag (der wir bedauerlicher Weise nicht vor Ort gratulieren konnten) zum anderen haben wir uns heute mit dem Wind nach Westen aufgemacht.
Wir haben natürlich unser Auto genommen. Unser Ziel hieß Varberg. Das ist ein nettes kleines Städtchen ca. 60km südlich von Göteborg. Direkt an der Nordsee genauer gesagt am Kattegat. Das hatte ich zumindest in der Schule schon mal gehört.
Grund unseres fast einwöchigen Aufenthalts, war nicht etwa die pure Lust am rumreisen und Spaß haben und sich erholen und viele schöne und neue Dinge sehen und erleben.
Nein!
Leider musste ein Teil von uns arbeiten (schreckliches Wort!).
Ihr könnt Euch sicher denken wen es diesmal getroffen hat. Genau, den armen Mario - wie immer.
Also, Spaß beiseite. Mario arbeitet ja bei Vattenfall (großer Energiekonzern) in Stockholm. Ein sehr großer Kunde von Vattenfall hat seinen Sitz in Väröbacka. Da das keiner aussprechen kann, nennt sich die Firma Ringhals AB. Und Ringhals AB ist ein Kernkraftwerk. Warum wir dann nach Varberg fahren? Neben sonem Kernkraftwerk will ja schließlich keiner direkt wohnen, leben etc. und deshalb werden alle "Aushilfskollegen" immer in Varberg eingelagert was ca. 30 Autominuten von Ringhals entfernt ist. Unser Hotel war das "Varbergs Stadshotell".
Marios Firma hat bei seinem Kunden direkt ganz viele Büros. In einem dieser Büros arbeite Thomas. Thomas war schon öfters bei Mario in Stockholm. Jeder kann von überall arbeiten. Ob von Ringhals, Stockholm oder von zu Hause aus. Und jetzt sollte sich Mario mal die Büros und das Arbeitsleben in Ringhals angucken.
Während Mario also täglich zur Arbeit ging/fuhr, habe ich mir die Zeit vertrieben.
(Worin ich übrigens mittlerweile Meisterin bin.)
Varberg
So in etwa sieht Varberg aus. Hier leben ca. 40.000 Einwohner. Also eher eine Kleinstadt. Im Sommer ist hier die Hölle los, denn Varberg ist ein ganz beliebter Badeort. Es gibt hier viele tolle Strände und jede Menge Campingplätze. Auch viele deutsche Touristen finden hierher.
Alles beherrschend in der Stadt ist nicht etwa der nette Altstadtkern mit seiner netten und geschäftereichen Fußgängerzone, sondern die "fästning" - die Festung.
Der älteste Teil der Festung geht auf das 13. Jahrhundert zurück, während die Festungsmauern im 17. Jahrhundert errichtet wurden. Die Festung ist in schwedischem Besitz seit die dänische Besatzung sie im Jahre 1647 verließ. Im 19. Jahrhundert wurde ein großer Teil der Festung als Gefängnis benutzt. Heute findet man dort Varbergs Museum, ein Restaurant, ein Cafe, eine Jugendherberge und eine Anzahl privater Wohnungen.
So sieht die Beschreibung der Festung im Internet aus. Besser hätte ich es auch nicht schreiben können ;-) .
Ich kann dafür ein paar Bilder liefern:
|
|
|
|
|
|
Von der Burg aus hat man eine tolle Aussicht aufs Meer.
Während Mario also fleißig gearbeitet hat, habe ich mir bei schönem Wetter die Stadt angeguckt und bin ganz viel gelaufen. Die "gamla stan" von Varberg ist sehr schön und besteht aus vielen kleinen alten Holzhäusern. Direkt am Marktplatz steht nicht nur unser Hotel sondern auch eine riesige Kirche.
|
links unser Hotel, rechts die Kirche und unten ein paar Häuser aus der Altstadt. |
|
|
|
|
Bei schlechtem Wetter habe ich mich ins Hotel verkrochen. Ich hätte natürlich Schwedisch lernen müssen, habe aber lieber ein "interessanteres" Buch gelesen, mich vom Fernseher berieseln lassen (hier haben wir RTL empfangen - sicher nicht der beste Deutsche Sender aber wenigstens sprechen da alle deutsch) oder mich ins Asia Spa zum Entspannen zurückgezogen. Was überhaupt das Beste an Varberg war. Das Asia Spa.
Es ist nicht so riesig groß und das Schwimmbad wird auch erst im nächsten Jahr eröffnet, dafür gab es verschiedene Saunen, einen Whirlpool, Massage, Yoga etc. - alles was zur Entspannung gut ist. Ist ja nicht so, dass ich wirklich gestresst bin, aber son bisschen was Gutes tun finde ich auch schön. Ist es eigentlich ungesund, wenn man sonst nie und dann plötzlich täglich in die Sauna geht? Ich fühle mich auf jeden Fall sehr gut und zum aufwärmen war es auch sehr praktisch. So langsam wird es hier doch immer kälter und an der Küste weht immer eine "steife Brise".
Ein weiterer und letzter Blickfang in Varberg ist das "kallbadhuset". Es war zwar auf Grund der nicht mehr sommerlichen Temperaturen geschlossen, aber nett anzuschauen.
|
|
|
Bevor wir uns zusammen mit Marios Kollegen Thomas auf den Weg nach Kopenhagen machen, haben Mario und ich noch einen Rundgang durch das Kernkraftwerk geplant.
Natürlich unter fachkundiger Anleitung sprich mit einem ganz privaten Tourguide. Erst gab es einen kleinen Film um uns die Energiegewinnung unter Antrieb von Kernkraft näher zu bringen und um uns ein bisschen Verständnis für die Kernkraft im Allgemeinen zu entlocken. Ist ja immer ein heikles Thema und ich weiß nicht ob ich dafür oder dagegen sein soll. Der Film und der Rundgang waren jedenfalls sehr interessant
Das war schon mal ein bisschen November. Der Rest folgt später. Tschüüüüüß!
Gekås
Eine Sache muss noch zu Varberg erwähnt werden. Hier in der Region, ca. 20 km von Varberg-City, gibt es das wohl bekannteste und beliebteste Geschäft Schwedens. Es handelt sich nicht um den Fabrikverkauf von Marabou (wäre allerdings auch nicht schlecht) sondern um ein riesen großes Geschäft bzw. Halle namens "Gekås", wo es so gut wie (fast) alles zu kaufen gibt. Klamotten jeder Art, Haushaltskrempel, Spielsachen, Lebensmittel, Elektrozeugs etc. Hier gibt es Sachen, von denen man gar nicht wusste, dass man sie brauchen kann. (Ähnlich wie bei IKEA - das muss eine Schwedische Marketingstrategie sein.)
Nachdem wir auf dem riesigen Parkplatz einen freien Platz ergattert hatten (neben den ca. 20 Reisebussen mit Kaufwilligen) haben wir ca. zwei Stunden geshoppt und etwa eine Stunde an einer von 60 Kassen angestanden. Unser Einkaufswagen war nicht ganz voll, andere hatten gleich zwei Wagen übervoll. Das tolle ist natürlich nicht, dass es hier fast alles zu kaufen gibt sondern, dass alles supermega günstig ist. Nicht nur günstig sondern richtig billig.
Marios Kollege hat sogar erzählt, dass man im Sommer zu Spitzenzeiten schon eine Stunde benötigt um überhaupt rein zu kommen und im Radio haben sie durchgesagt, dass doch bitte keiner mehr kommen soll, denn der Laden ist total überfüllt.
Wahnsinn! Also wir waren begeistert doch zum Glück kommen wir hier so schnell nicht mehr hin. Zum einen ist Stockholm ja nicht gerade um die Ecke und zum anderen hätte sich unser Geldbeutel auch bei uns bedankt.
Im Land der Dänen
So viel also zu Varberg und nun holen wir endlich Marios Kollegen Thomas und seine Frau Sussanne ab und düsen nach Kopenhagen.
Die Männer sind von Montag bis Freitag auf einem wichtigen IT-Forum von Microsoft, der jährlich stattfindet und dieses Jahr zufällig in Kopenhagen, und wir Frauen sind zum Bummeln und Sightseeing da. Sussanne bleibt allerdings nur bis Sonntag und fährt dann mit dem Zug wieder zurück nach Varberg. Ich bleibe bis zum Ende dabei.
Samstag und Sonntag gingen wir erst mal getrennt auf Endeckungstour. Die beiden Schweden waren natürlich schon öfters in Kopenhagen, sind von den Shoppingmöglichkeiten geradezu begeistert und stürzten sich auch gleich in alle Malls, Arkaden und Einkaufszentren.
Mario und ich haben eher son bisschen Stadterkundung betrieben.
Das sind wohl die bekanntesten Bilder aus Kopenhagen:
|
|
der "Nyhavn" mit den vielen netten buntbemalten Häusern, in denen zahlreiche Bars und Restaurants zu finden sind,
die "lille Havfrue",
und natürlich ...
|
|
die königliche Wache vor dem "Amalienborg Slot"
mit dem täglichen Wachwechsel pünktlich um 12.00h, der zwar nicht so beeindruckend wie der in Stockholm ist, aber bei Touris trotzdem beliebt.
Wir haben also jede Menge gesehen und hatten ein schönes gemeinsames Wochenende in Kopenhagen.
Was kommt dabei heraus, wenn zwei Schweden und zwei Deutsche in Dänemark zum Chinesen essen gehen und sich die ganze Zeit auf Englisch unterhalten?
Ein richtig netter Abend mit Thomas und Sussanne.
Wir waren in unserer Varberg-Woche schon einmal bei Fam. Lindfors zum Essen eingeladen. Und auch durch die Hinfahrt kannten wir uns schon ein bisschen (die Männer durch den gleichen Arbeitgeber ja sowieso) und die erste Hürde des gerade erst Kennenlernens (Konversation auf Englisch!) war somit ziemlich klein und wurde von uns leicht genommen.
Wir hatten einen sehr netten Abend, der in einem gemütlichen Pub endete. Sussanne ist mir super sympathisch und würden die beiden mit ihren drei Kindern in Stockholm leben, hätten wir bestimmt regelmäßig Hausbesuchkontakt.
Von Montag bis Freitag war ich dann mal wieder auf mich alleine gestellt. Mario war ganz dolle fleißig und von morgens um 8.00h bis abends 18.00h beim IT-Forum.
Also sind ich und unsere Digicam durch die Stadt gewandert immer auf der Suche nach lohnenswerten Fotoobjekten. In einer Woche kann man eine Stadt schon son bisschen kennen lernen. Und man kann auch feststellen, dass Dänemark im Vergleich zu Schweden und zu Deutschland sowieso ganz schön teuer ist. Und obwohl alles so teuer ist, sind die Geschäfte und die Restaurants immer gerammelt voll.
Jetzt kommen einfach mal ein paar Bilder ohne Kommentar (schließlich will ich ja keinen Städteführer schreiben):
|
|
|
und noch ein paar ...
|
|
|
und noch ein paar...
|
|
|
Das und vieles mehr haben ich, wir und all die anderen Menschen die dort waren also gesehen.
Zum Abschluss des IT-Forums gab es am Donnerstagabend eine tolle Party für alle Teilnehmer und auch für zahlende Gäste. So ein außerordentliches Ereignis lass ich mir natürlich nicht entgehen und so bin ich mit Mario und meinem "Party-Pass" um den Hals durch die heiligen Hallen des "Bella Centers" (zu Deutsch Messehallen am Funkturm) gewandelt. Hier gab es verschiedene Bars (leider ohne Sektausschank), div. Verköstigungsstände (Hotdog, Pizza, Kartoffeln, Thaifood etc) und eine Bühne mit live Musik. Wer satt war oder wem es zu laut wurde (und das konnte schnell passieren), der hat sich bei einem Kinofilm vergnügt oder in der Karaokebar (entweder zum selber Singen, wir natürlich nicht, oder um den Unterhaltungswert zu genießen, wir auf jeden Fall) zurück gezogen. Alles im Allen ein lustiger und bierlastiger Abend.
Freitagmittag habe ich dann Thomas und Mario vom BC abgeholt und wir haben uns auf den Weg in unserer Heimat gemacht. Wir fühlen uns doch eher als Schweden als als Dänen und so sind uns die Schweden mit ihrer merkwürdigen Sprache auch sehr viel sympathischer als die lauteren und sehr viel mehr rauchenderen Dänen.
Eine Nacht noch in Varberg und auf geht es nach Stockholm. Nach Hause kommen ist immer schön!
ab Sonntag, 21.11.
Gestern noch Herbst - heute schon Winter!
Wie schon Anfangs erwähnt, hat es hier mächtig geschneit. Und da es so richtig echte -7 Grad sind, bleibt auch alles liegen. (Das sind wohl seit 15 Jahre die kältesten Novembertage.)
Unser Stockholm ist auf einmal ganz weiß und sieht sehr schön aus. Wir haben uns natürlich gleich auf den Weg gemacht und ein paar Winterbilder geschossen.
|
|
|
|
|
|
So viel Schnee haben wir in Berlin schon lange nicht mehr gesehen.
Im laufe der Woche ist es wärmer geworden, so dass wir uns schon fast Gummistiefel gekauft hätten um durch die Wassermassen zu waten. Dann wurde es wieder kälter, so dass alles schön gefroren ist und wir nun Schuhe mit Spikes brauchen und zwischendurch schneit es immer wieder mal. Ein hin und her und auf und ab. Aber sehr winterlich.
Zum Winter gehört natürlich auch son richtig leckerer "Glögg". In Berlin wissen wir, da gehen wir zu Aldi oder auf einen netten Weihnachtsmarkt und der Glühwein ist preiswert und sehr lecker. Aber hier... Angefangen damit, das in normalen Supermärkten nur Getränke mit einem Alkoholgehalt von bis zu 2,8% verkauft werden dürfen (leichtes Bier und leichter Glögg) was uns ja nicht stören würde, wenn der leichte Glögg nicht so schrecklich süß wäre, bekommt man in den "Systembolaget" (Alkoholgeschäft) "richtigen Glögg", d.h. mit 12,5% oder 15% Alkohol. Muss ja gar nicht mit Alkohol sein, ist aber lecker. Und was ist... der ist auch süß (würde aber noch gehen) kostet aber in der preiswertesten Kategorie 49,00 SEK das sind so ca. 5,00-6,00 EUR. Gibt man so viel für einen mittelmäßigen Glühwein aus? Son paar Sachen vermissen wir eben doch.
Am ersten Advent waren wir auf einem Weihnachtsmarkt. Der ist in Gamla Stan, ein bisschen klein aber sehr schön. Keine Handyschalenstände oder Stringtangas zum Schnäppchenpreis. Ganz normale Weihnachtsmarktstände. Spielzeug, Gebäck, Handarbeit etc.. Zwei Stände waren jedoch ein wenig anders. Es waren jeweils Tombolastände. Mit 10,00 Kronen ist man dabei. Man setzt auf eine Zahl zwischen 1 und 30, dann wir ein riesiges Rad gedreht und wenn man Glück hat und seine Zahl gedreht wird, dann kann man eine überdimensionale Packung Toblerone oder eine 2kg schwere Tafel Marabou gewinnen. Wir hatten leider kein Glück aber wir kommen noch mal her und dann vielleicht ...
Heute ist der 30.11. und der Monat ist damit so gut wie vorbei. Ich schließe hiermit offiziell die Novemberseite und erwarte Euch dann im Dezember. Kleiner Vorgeschmack - wir haben noch einmal Gäste und wir kommen nach Berlin.
Zum Abschluss noch ein paar schöne Winterbilder - hej då und eine schöne Adventszeit!
|
|
|





































