Montag, 30.08.

So, da wir nun angekommen sind, alles ausgepackt und verstaut haben, geht es mit der Stadtbesichtigung und der Erkundung der Umgebung los.

Am Montag sind wir erstmal zu IKEA gefahren und haben uns alles Mögliche gekauft. Zum Teil Sachen, die wir aus Platzmangel nicht mitnehmen konnten ( z.B. Bettdecken) oder nützliches, dass wir zum täglichen Leben benötigen. (Tassen, Müslischalen, Bügel, einen Wäschekorb, TEELICHTER, Besteck (in der Wohnung gibt es nur son Olles) etc.) Bei IKEA findet man ja immer etwas und da es hier angeblich das Größte in Europa ist, findet man/frau hier auch noch viel mehr. Nur der Hot-Dog, der schmeckt in Berlin eindeutig besser.

Hier haben die sogar das Neueste vom Neuesten.
Bettwäsche mit dem schönen Namen Tanja.


Na wenn man da nicht gut drin schlafen kann ;-)

Dienstag, 31.08.

Am Dienstag hatten wir dann unseren ersten offiziellen Termin. Wir haben ein Bankkonto eröffnet. Die nette Margarete von der Firma Ernest & Young kümmert sich um alles Notwendige, damit wir hier in Stockholm mit dem Leben beginnen können. Sie hat uns unser Arpartement besorgt, kümmert sich um die Aufenthalt- und Arbeitserlaubnis und eben auch um ein Bankkonto für uns. Wir bekommen auch gleich eine "Bankomat Kort", damit wir immer genügend Bares in der Tasche haben, um die schwedische Wirtschaft anzukurbeln. Was uns ja auch im Allgemeinen nicht besonders schwer fällt.

Um besser von Geschäft zu Geschäft zu kommen, haben wir uns erstmal eine Monatskarte gekauft und können nun hin und her mit der "Tunnelbana" fahren und verbringen den Rest des Tages mit rumbummeln und Stadt angucken.

Mittwoch, 01.09.

Bei Mario im Büro

Jetzt geht es los. Zumindest für Mario. Sein erster Arbeitstag.
Ein bisschen aufgeregt ist er natürlich, denn er weiß ja gar nicht, was ihn erwartet.
Gut, dass er schon mal eine Woche im Sommer da war, so kommt ihm nicht mehr alles so fremd vor.

 

Kulturschock-Schweden

so hieß ein Workshop, an dem wir beide am Mittwoch teilgenommen haben. Er wurde von einer deutschen Mitarbeiterin von Vattenfall geleitet. Wir haben über die vielen kleinen Unterschiede zwischen den Deutschen und den Schweden, hauptsächlich im Arbeitsalltag, gesprochen. Z.B. sind die Schweden keine großen Redenschwinger. Sie hören lieber zu und können sehr Einsilbig antworten, vor allem, wenn man zu private Fragen stellt. Sie mögen es auch gar nicht, wenn man sie beim Sprechen (wenn sie dann mal angefangen haben) unterbricht (wer mag das schon) und unterbrechen auch selber nicht (da würde mir vielleicht jemand einfallen, der das ab und an mal tut). Sie legen nicht son Wert auf das äußere Erscheinungsbild (ungeputzte Schuhe, geknitterte Hemden, wenn überhaupt eines) sondern die menschlichen Qualitäten zählen. Wer braucht schon einen Chef, der immer im Boss-Anzug rum läuft aber vielleicht total arrogant ist. Hauptsache er passt ins Team, was er anhat ist zweitrangig. Da gibt es noch viele solcher Beispiele. Ob die nun wirklich stimmen, werden wir vielleicht herausfinden. Vielleicht stellt sich aber auch heraus, dass die Schweden wie auch die Deutschen nicht alle gleich sind und es solche mit geputzten Schuhen und einer netten Art gibt und eben die Anderen.

Gamla Stan

Während Mario nun den ganzen Tag schuften muss, erkunde ich unsere neue Heimat und nicht nur nach den besten Möglichkeiten das schwer verdiente Geld wieder auszugeben sonder nach den schönsten Fleckchen um sich zu erholen und Stockholm zu genießen. Der Stadtteil in dem wir wohnen heißt Kungsholmen (kleine Königsinsel). Die Innenstadt von Stockholm ist auf 14 kleinen und größeren Inseln gebaut. Alle sind durch Brücken miteinander verbunden. Meine momentane Lieblingsinsel ist "Gamla Stan" (alte Stadt). Hier sind die ganzen alten Häuser erhalten geblieben. Es gibt zahlreiche kleine Gassen, alle mit Kopfsteinpflaster, was das urige noch unterstreicht, und viele kleine Lädchen und Restaurants. Leider auch zahlreiche Touris. Ich bin ja keiner. Ich wohne ja jetzt hier. Also versuche ich mich unauffällig durch die Menschenmassen zu schieben und genauso unauffällig ein paar Fotos zu schießen. Die Resultate seht ihr gleich. Da ja Gamla Stan eine Insel ist, hat man rundherum herrliche Möglichkeiten an das schöne im Sonnenlicht glitzernde Wasser zu kommen. Hier erhole ich mich zwischendurch von meinen Wanderungen und genieße das Leben. Die Stockholmer genießen auch die letzten Sommertage. In der Mittagspause wird jedes Fleckchen im Freien genutzt um zu entspannen.

Auf der Insel Gamla Stan steht auch das "Kungliga Slottet", das königliche Schloss. Hier wohnen zwar nicht mehr die Monarchen (unsere Silvia), die wohnen mittlerweile im Schloss Drottningholm (wahrscheinlich wegen der vielen Touris), aber im Kungliga Slottet hat der König noch sein Büro und es finden Empfänge und Bankette statt. Auf jeden Fall findet hier regelmäßig die traditionelle Wachablösung statt. Ein riesiges Militär-Spektakel. Dafür, dass Schweden ja ein so friedliches Land ist, legen sie auf militärische Traditionen großen Wert. Das ganze Prozedere wird von einer militärischen Musikkapelle (oder wie auch immer man das korrekterweise nennt) begleitet. Manchmal spielen sie so die klassischen Militärstücke (die ja jeder kennt!), manchmal verirrt sich aber auch schon mal ein ABBA-Song in die Notenblätter. Das hört sich dann auch für unsere Ohren ganz nett an.

Links das Kunliga Slottet, rechts die ABBA-Spielende-Militär-Band
So sieht die Wachablösung aus. Im Ganzen hat das ganzen ca. eine Stunde gedauert. Und anschließend gab es wieder Musik. Diesmal aber nicht von ABBA. Schade...!
Militär Musik

unser erstes Wochenende

Das erste Wochenende haben wir ebenfalls ganz gut überstanden. Am Samstag sind wir so weit es ging Richtung Osten gefahren. Da kommt dann nicht nur die Ostsee irgendwann, vorher kommt der Schärengarten. Das sind ca. 24.000 kleinere und größere Granitinseln. Hier leben so um 6.000 Menschen neben den ca. 35.000 Ferienhäusern. Da das Wetter nicht so nett war, haben wir keine Bootstour gemacht. Wir können ja ein anderes Mal wiederkommen. Ein paar Tage bleiben wir ja noch. Statt dessen haben wir einen schönen Waldspaziergang gemacht und uns hinterher ein leckeres Softeis gegönnt.

Das hat fast so gut wie in Irland geschmeckt!

Mario kann Fahrrad fahren

Am Sonntag haben wir dann eine Radtour gemacht, denn wir hatte wirklich tolles Wetter. Das mit dem Radfahren macht hier zwar Spaß, ist aber zwischendurch auch ganz schön anstrengend, denn Stockholm ist auf dutzenden Hügeln gebaut worden. Runter macht ja immer spaß, aber die Berge (und man kann dazu schon Berge sagen) rauf, ist doch manchmal sehr anstrengend. Aber wir haben alles gemeistert und haben uns die Insel Södermalm vorgenommen. Von hier aus haben wir einen tollen Blick auf "unsere" Insel Kungsholmen mit dem "Stadshuset". In dem wird jedes Jahr im Dezember der Nobelpreis verliehen.

 

Zwischendurch haben wir einen Abstecher auf die Insel Langholmen gemacht. Hier haben wir die Räder stehen gelassen, denn diese Insel ist ein einziger Felsen. Früher bestand sie nur aus Granitfelsen. Ein idealer Ort um ein Gefängnis zu errichten. Zur Verschönerung der Außenansicht, mußten die Gefangenen tonnenweise Erde auf die Insel bringen und haben über 3.000 Bäume gepflanzt. Jetzt ist aus dem Gefängnis ein Hotel geworden (ein echtes Hotel) und man kann auf der Insel sehr schön spazieren gehen und im Sommer versuchen noch einen freien Platz in einer der kleinen Badebuchten zu ergattern.

ab Montag 06.09.

Mario geht nun wieder arbeiten und ich mache weiter mit Haushalt! und Stadterkundung.
Montags ist jetzt immer mein Waschtag habe ich überlegt. Hier in Schweden gibt es in jedem Haus eine Waschküche. In unserer stehen drei Waschmaschinen, ein Trockner und zwei Trocken-Schränke. Man "bucht" sich eine Zeit (immer drei Stunden) und hat dann die Waschküche für sich alleine.

Warum ist eigentlich Mario auf diesem Bild???

Ich bin doch die Waschfee!

Also stelle ich drei Maschinen an (ist gelogen, beim ersten Mal hatten wir glaube ich nur eine, wir sind ja gerade erst eine Woche hier) und gehe dann wieder in unsere Wohnung und beschäfftige mich irgendwie. Nach ca. einer Stunde gehe ich wieder nach unten und verteile die Wäsche nun auf die Trockner. Nach einer weiteren Stunde gehe ich wieder runter und lege die nun saubere und trockene Wäsche zusammen. So, dass wars für diese Woche. Super praktisch. Eine Waschküche will ich in Berlin auch haben.

 

Den Rest der Woche versuche ich mir die Straßen von Stockholm einzuprägen damit ich mich nicht immer als "Nicht-Einheimischer" outen muss und auf den Stadtplan schiele, da ich nicht weiß wo ich bin.

Zwischendurch gehe ich auch noch ins Fitness-Center. Es heißt "friskis & svettis", was soviel wie "frisch & schwitzig" bedeutet. Ich gehe natürlich vormittags zu den "jympa" Kursen. Mario geht entweder zu nachtschlafender Zeit (morgens um sieben) oder abends zum Spinning. Wie ihr seht, wir sitzen also nicht nur faul herum.


Am Donnerstag habe ich mich mit der Frau meines alten Schulfreundes David getroffen. Anna-Karin ist zurzeit im Erziehungsurlaub und versucht den kleinen Hugo (gesprochen Hügo) zu erziehen. Während er sorgenfrei in seinem Wägelchen geschlummert hat, sind wir (mal wieder bei herrlichem Wetter) durch die Natur gestiefelt. Es gibt hier wirklich jede Menge Parks.

 

Mario fragte mich dann abends, wie es mit der Verständigung geklappt hat, denn Anna-Karin spricht nur schwedisch und englisch. Tja, ich habe so ziemlich alles verstanden, was sie mir mitteilen wollte, ob sie allerdings mich immer verstanden hat bezweifle ich. Das wird sich vielleicht ja bald ändern, denn nächste Woche beginnt endlich unser Schwedischkurs.

Am Samstag haben wir uns dann mit David getroffen. Anna-Karin hat ein freies Wochenende (frei von Kind und Mann) und vergnügt sich beim Segeln mit ein paar Freundinnen. So sind die Schweden!

David spricht deutsch, puh. Und obwohl er schon seit mehr als 20 Jahren wieder in Schweden ist, spricht er so richtig gut deutsch. Wenn ich doch so gut schwedisch oder englisch sprechen könnte...! Da bin ich sowieso ganz neidisch auf die Schweden. Die meisten können fast perfekt englisch sprechen. (Dafür hat bei denen Bruce Willis, Robert Redford etc. nicht sone nette Stimme im Fernsehen, da hier keine Filme synchronisiert werden.)

Wir hatten also einen netten Samstag mit David und Hugo. Während David probierte den kleinen Hugo zu füttern und zum Einschlafen zu bewegen, nutzten wir die Gelegenheit einen echten Einheimischen nach ein paar nützlichen Tipps zum schwedischen Leben zu fragen.

Und zwischendurch sind Mario und David mal eben so ins Wasser gehüpft um sich zu erfrischen. Das Wetter war zwar mal wieder herrlich (Sonne, Sonne und noch mal Sonne), und wir konnten im T-Shirt rumlaufen, aber das Wasser war wirklich a...-kalt (hat man mir erzählt). Ich habe mich lieber um Hugo gekümmert. Ich weiß ja, dass ihr in Berlin zu dem Zeitpunkt ca. 28°C hattet, hier allerdings ist schon fast der Winter ausgebrochen. Also, fast Mitte September baden zu gehen, ist schon was dolles.

ab Montag 13.09.

Heute hatten wir die ersten Stunden unseres Schwedischkurses. Gut von Marios Firma organisiert klingelte um 16.30h Silvia an unserer Tür. Es war natürlich nicht DIE Silvia. Nachdem wir ein paar organisatorische Details geklärt hatten, ging es los. Erstmal ganz leicht, mit dem Alphabet. Ganz leicht ist gut, da fangen die Probleme schon an. Die Buchstaben sehen ja zum Glück alle bis auf einen genauso aus wie unsere, werden aber zum Teil ganz anders ausgesprochen. Da gibt es ein A, das ein bisschen wie O und A gleichzeitig ausgesprochen wird, hä? Und das O wird manchmal als O, manchmal aber auch als U gesprochen. Und das U wird manchmal zum Ü. Aber was will ich mich beklagen. Das G wird ja auch manchmal als J und das K als SCH gesprochen. Wir werden das schon schaffen. Millionen Schweden haben das ja auch geschafft.

Völlig geschafft und ein bisschen demotiviert ging der Kurs zu Ende. Waren wir froh, als alles vorüber war.

Nächste Woche geht es weiter, dann werden wir uns öfters in der Woche mit Silvia treffen, bekommen ein schönes Buch mit vielen Übungsaufgaben und dann wird das schon irgendwann funktionieren.


Nachdem mir langsam die Ideen ausgehen, was ich noch schönes für unseren Haushalt kaufen kann, stromer ich nur noch so durch die Gegend. Es gibt hier jede Menge getarnte IKEA Außenfilialen. Die heißen natürlich nicht alle IKEA, haben aber genauso viel Schnick-Schnack, Krims-Kram, Schöne-Dinge. Die Schweden gehen ja im Winter nicht raus aus ihrem Haus und konzentrieren sich deshalb auch viel mehr auf gemütliches Wohnen. Auf jeden Fall gibt es jede Menge zum Gucken.

Aber auch das wird natürlich irgendwann mal langweilig. Ohne Ziel durch die Gegend wandern ist nicht immer so nett, vor allem, wenn das Wetter nicht so mitspielt. Unabhängig davon, dass es schon ziemlich kalt ist, lässt sich die Sonne zurzeit leider selten blicken. Und bei Regen schickt man ja nicht mal seinen nicht vorhandenen Hund vor die Tür. Davon gibt es hier jede Menge. Also ich meine es gibt hier wenig Hunde. Was ich persönlich sehr begrüße, so sind die Strassen so gut wie minenfrei.

Wenn ich nicht gerade unterwegs bin, relaxe ich ein wenig zu Hause.

Einen Grund für einen IKEA Besuch hatten wir allerdings noch. Wir brauchten ein Lattenrost. Unter unserer Matratze lagen nur lose Bretter und die haben uns die Nächte manchmal ganz schön schwer gemacht. Die Schweden haben hier irgendein anderes System mit ihren Matratzen und es gibt nicht allzu viel Auswahl an Lattenrosten (jedenfalls nicht bei IKEA, gibt es noch andere Geschäfte?). Aber eins gab es dann doch in der richtigen Bettgröße. Wir schleppen also den Karton in unsere Wohnung und stellen fest, dass wir es noch selber zusammenbauen müssen. War ja klar, ist ja IKEA. Aber wir haben es geschafft, schlafen jetzt ein bisschen besser, müssen uns aber auch erst daran gewöhnen.

Das sind so unsere Alltagsprobleme mit denen wir uns rumplagen.

Am Freitag waren wir dann endlich mal abends aus. Es gibt hier in dem "Nordic-Hotel" eine "Absolut-Ice-Bar". Absolut von der Wodka Marke, Ice von Eis und Bar von Bar. Also man bekommt am Empfang einen dicken Mantel mit Handschuhen und Kapuze angezogen und geht dann durch einen kleine "Schleuse" in die Bar. Die besteht komplett aus Eis. Der Tresen, die Wände, kleine Stehtische und die Gläser, alles aus Eis. Ist wirklich witzig. Die Wodka-Cocktails sind immer gut gekühlt. Sehr lange hält man es allerdings nicht darin aus. Es ist wirklich richtig kalt. Leider waren die Batterien von unserem Fotoapparat leer, aber wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal dort einen Cocktail schlürfen, und werden dann vom nächsten Mal ein paar Bilder präsentieren.

Am Wochenende hatten wir hier wirklich blödes Wetter. Samstag sind wir auf die Insel Södermalm gefahren. Das ist son bisschen wie Kreuzberg. Verrückte Geschäfte, flippigere Leute und alles nicht so auf Touris und Kommerz ausgerichtet. War ganz nett.

Und Sonntag waren wir erst beim Sport und haben dann einen netten Spaziergang im Regen gemacht. Einmal am Tag sollte man schließlich schon mal vor die Tür gehen.

ab Montag 20.09.

Diese Woche verlief ziemlich ruhig. Ich war fleißig beim Sport und habe mich, wie es sich gehört, um unseren Haushalt gekümmert. So langsam komme ich auch ganz gut ohne Stadtplan zu recht (werde ich langsam zum Stockholmer?). Außerdem weiß ich jetzt wo es die leckersten Schoko-Muffins gibt (die schmecken meinem Süßen ganz besonders gut).

Nachdem ich den ganzen Donnerstag zu Hause gehockt und auf irgendwelche Heizungshandwerker gewartet habe (die dann doch nicht kamen, sonder erst ab Montag loslegen) war ich ein wenig gefrustet. Manchmal kann ich mich stundenlang zu Hause beschäftigen und denke nicht mal daran mich zu langweilen. Aber wenn man so wartet... Na ja, kennt ja jeder von sich. In Schweden ist das also auch nicht anders.

Am Freitag haben wir Lidl gestürmt und fast leer gekauft. Am Montag kommt nämlich meine Mutter für 10 Tage, und da muss man doch was bieten können. Die Stockholmer finden es ganz toll, dass es hier jetzt Lidl und Netto gibt. Die Preisbrecher! Es gibt zwar sonst auch schon ein paar preiswertere Supermärkte, aber an die Beiden kommt ja wohl keiner ran. Von mir aus könnte hier auch endlich mal mein Lieblingsdiscounter ALDI eine Filiale eröffnen. Die Mittwochsangebote vermisse ich schon ein wenig.

Am Samstag haben wir bei schönstem Wetter eine Radtour gemacht. Es war zwar etwas kalt aber wir haben uns warm gestrampelt. Ziel unseres Ausfluges war die Insel Lidingö.
Hier fand der alljährliche und stadtbekannte "Lidingö Loppet" statt. Ein 30 km Crosslauf. Kreuz und quer über die Insel, über Stock und Stein, Wälder und Straßen, bergauf, bergab. Nicht das wir (ich schon gar nicht und auch nicht Mario) irgendwelche Ambitionen hatten dort mitzumachen. Wir waren vielmehr zum Anfeuern unseres Schweden-Kumpels David dort. (Die Schweden sind ja alle sportbesessen.)
Lange bevor die Läufer auch nur an das Ziel dachten, sind wir die letzten zwei Kilometer mit dem Fahrrad abgefahren. Man, war das anstrengend. Zum Teil mussten wir die Räder schieben, weil es im Wald so steil bergauf ging.
David haben wir an zwei verschiedenen Stellen angefeuert. Wir gucken gerne bei solchen Läufen zu. Ist irgendwie interessant, die verschiedenen Laufstile zu beobachten.
David hatte sich das Ziel gesetzt diese Strecke unter drei Stunden zu laufen und hat es mit 2.59h auch geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Wir sind dann nach einer "Korv" (Bratwurst) wieder nach Hause gefahren und haben uns vor der schwedische Party heute Abend noch ein bisschen erholt, wir wissen ja nicht was auf uns zukommt.

Um 19.30h sind wir dann mit einer Flasche Wein aus dem "Systembolaget" (Alkoholladen) unter dem Arm zu Anna-Karin und David gegangen (die Beiden wohnen nur ca. 3-5 Minuten von uns entfernt). Sie sind bei Freunden zu einer Party eingeladen und dürfen uns mitbringen. Toll! Der Bruder von Anna-Karin war so nett uns zu dem Spektakel zu fahren. Treffpunkt war die Wohnung der Gastgeber. In einer netten Wohnanlage haben die beide eine neue frischbezogene Dreizimmerwohnung. Nach der Begrüßung, die zum Teil auf schwedisch, auf englisch und auf deutsch stattfand, gab es erstmal ein Glas Himbeerbowle. Es ist wirklich erstaunlich. Es waren so ca. 20 Personen anwesend. Davon konnten ca. 6 Leute mehr oder weniger gut deutsch sprechen, da sie schon mal in Deutschland gewohnt haben. Der Rest konnte ziemlich gut englisch. Es gab also fast gar keine Verständigungsprobleme.
Nachdem alle eingetrudelt waren, sind wir hinunter in den Wohnanlagen-Partyraum gegangen. Nicht son olles, altes Ding, irgendwo in der düsteren Kellerecke. Es war ein großer, großer Raum, mit einer großen, großen Küche (wahrscheinlich IKEA) mit einer riesigen Glasfront, einem Obergeschoss (da sah es wie in einer Lounge aus, ich habe ständig auf die Cocktails gewartet) und gaaaanz viel Platz für Tische zum Sitzen, Stehtische und dem Buffet. Es gab leckere Salate, Lachs, Brot, Käse und Wurst etc..
Zum Essen gab es Wein oder Bier und das, wo Alkohol hier so teuer ist. Es war alles sehr lecker. Zum Nachtisch gab es dann Kaffe und ein paar harte Drinks. (Whiskey, Schnäpse etc.) Der Ablauf ist bei schwedischen Partys fast immer der Gleiche. Und oft werden die Gastgeber von ihren Familien bei der Party unterstützt. Nicht im Aufessen und Betrinken, sondern im Servieren und Abräumen. Den Gästen werden alle Wünsche von den Augen abgelesen. Ab und zu durften sich, wie in diesem Fall die Mutter und die Schwester des Gastgebers, auch mal zu uns setzten und ein zwei Happen von dem essen, was sie zubereitet haben. Es war eine wirklich nette Party.

Am Sonntag sind wir noch mal kurz bei unseren schwedischen Nachbarn gewesen. Davids Mutter war auch dort (sie hat wegen der gestrigen Party auf den kleinen Hugo aufgepasst). David hab ich ja in meiner Grundschule kennen gelernt. Als er 12 Jahre alt war, ist er mit seiner Mutter wieder nach Schweden gegangen. Das ist also so ca. fast ungefähr 21 Jahre her (schrecklich!, das mit der Zeit und dem Älter werden). So lange habe ich die Mutter von David also nicht mehr gesehen. Ich hätte sie auch nicht mehr wieder erkannt. Davids Mutter kann nach wie vor richtig gut deutsch sprechen und wir haben uns gleich gut über vergangene Zeiten unterhalten. (So lange ist das ja nun auch wieder nicht her.) War ein nettes Treffen.

ab Montag 27.09.

Heute kommt meine Mutter an. Für 10 Tage ist sie unser Gast und ich werde mich als ganz privater Stadt-und Landreisebegleiter versuchen. Erstmal habe ich unsere Wohnung auf Vordermann gebracht. Nicht das es so richtig nötig gewesen wäre, aber es fällt ja doch immer was an. Außerdem hatte ich heute auch noch meinen Waschtag. Ich war also, nachdem ich Mario von der Arbeit abgeholt habe und wir so zu 19.00h am Flughafen waren, ganz schön geschafft.

Den Flug gut überstanden und voller Erwartungen und Neugierde, sind wird mit meiner Mutter an Bord durch die Nacht in unser stockholmer Heim gefahren. Dass wir dann erstmal ne Flasche Sekt geköpft haben, brauch ich ja eigentlich gar nicht erwähnen. Das ist ja wohl selbstverständlich. Das war der erste Tag bzw. Abend.

Am Dienstag habe ich meiner Mutter unsere Nachbarschaft gezeigt. Wir sind durch unsere "Vestermalmsgallerian" (Einkaufspassage) geschlendert und durch alle anderen netten Geschäfte. Zufällig macht meine Mutter auch gerne den einen oder anderen Geschäftebummel. Das passt ja. Wir sind dann noch ein wenig am Ufer des Mälarsees der "Norr Mälerstrand" lang gelaufen und haben die letzten Sonnenstrahlen der Herbstsonne genossen.

kurze Rast in Gamla-Stan

Am Mittwoch sind wir dann nach Gamla Stan gefahren. Nach wie vor ist das meine Lieblingsinsel und meine Mutter war auch ganz begeistert. Wir haben uns die Wachablösung vor dem Königsschloss angeguckt und sind durch die vielen kleinen, netten Gassen geschlendert. Zur Erholung gibt es jede Menge Cafes und Restaurants oder eine nette Bank die zum Verweilen einlädt.

 

Anschließend sind wir dann noch ein bisschen in der richtigen Shopping-City gewesen. Leider oder zum Glück hat uns ein Regenschauer auf halber Fußgängerzone gestoppt und wir sind nach Hause gefahren. Bei einer gemütlichen Tasse Tee haben wir dann unsere Einkäufe begutachtet und überlegt, ob wir Mario alles auf einmal präsentieren sollten oder lieber häppchenweise.

Donnerstag hat sich Mario freigenommen und wir haben den Tag für ein wenig Sightseeing genutzt. Gestartet haben wir mit einer 1 1/2 stündigen Stadtrundfahrt per Bus. Wir hatten super Sonnenschein und haben Stockholm von seinen schönsten Seiten gesehen und viel Wissenswertes erfahren. Anschließend sind wir ca. eine Stunde mit einem Boot um die Insel "Djurgården" geschippert. Wieder haben wir schöne Eindrücke gesammelt und gut verstaut.

Nach einem kleinen Snack in der "Gallerian" haben wir uns zum "Stadshuset" aufgemacht. Heute war der letzte Tag in diesem Jahr um den Turm zu erklimmen und eine fantastische Aussicht auf Stockholm zu genießen. Nach ca. 333 Stufen (plus/minus den üblichen Verzählern) hatten wir es geschafft. Dank des tollen Wetters und der tollen Stadt, war die Aussicht tatsächlich fantastisch.

Um die Besichtigungstour abzuschließen, sind wir einmal komplett um die Insel "Skeppsholmen" gelaufen. Das dauerte so ca. 45 Minuten (im Schlenderschritt). Hier auf der Insel befindet sich u.a. das "Moderna museet" und am Ufer Richtung Gamla Stan liegt die "af Chapman". Das ist ein altes Segelschiff, das heute als Jugendherberge genutzt wird. (Hatte ich das nicht schon mal erwähnt? mir ist so, finde aber die Stelle nicht mehr)

Nach dem wir uns dann zu Fuß auf den Heimweg gemacht haben, und auch heil zu Hause angekommen sind, waren wir völlig erledigt und geschafft. So viele Eindrücke müssen erstmal verdaut werden. Da hilft am Besten ein Schlückchen, von der Schwiegermutter mitgebrachter, Weißwein.

Meine Mutter hat nämlich an alles gedacht. Zeitungen, etwas Süßes, etwas zum Genießen etc.. Das ist jetzt keine Aufforderung an die Nachfolgenden Gäste, aber über ein kleines "Süd-Paket" freuen wir uns immer ;-)

Das war der "September in Stockholm" - Bericht.

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