Der April, ...
... der macht was er will!
Zum Glück sehen die Schweden alles ein wenig gelassener. Das zeigt sich auch am Aprilwetter. Nach dem nun endlich auch die letzte Schneeflocke so gut wie verschwunden ist, geht es mit dem Frühling los. Sonne, Sonne und noch mal Sonne. Zwar nur um die 10-12 Grad aber dafür strahlend blauer Himmel. Es ist vielleicht auch ein bisschen windiger als in südlicheren Gefilden, dafür hat es so gut wie gar nicht geregnet. Also kein echtes Aprilwetter. Kleine Blumen kämpfen sich langsam durch die Erde und versuchen in das triste grau-grün Farbtupfer zu setzten. Und - die Schweden sind gleich wieder viel aktiver draußen unterwegs, nutzen windgeschützte Ecken für ein kleines Nickerchen in der Sonne und der noch nicht ganz wieder ergrünte Rase wird zur Picknickarena.
Ich bin schon froh, dass der Schnee weg ist und sich keine Eisschollen mehr auf unseren Stockholmer Gewässern herumtreiben.
Am Wochenende haben wir mal wieder ein wenig unser Umfeld erkundet. Und siehe da, tauchten doch plötzlich noch zwei von uns bisher unentdeckte Schlösser auf. 10 Minuten mit dem Auto nördlich unseres Kungsholmens gibt es zwei schöne Parkanlagen. Als erstes haben wir den "Hagaparken" erkundet. Es ist der erste nationale Stadtpark auf der ganzen Welt! und wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Gustav III angelegt. Hier findet man mehrere Pavillons, kleine Tempel ...
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... und das "Haga slott". In diesem Schloss verbrachte unser König Karl Gustav XVI seine Kindheit. Heute werden hier noch Staatsgäste bei offiziellen Besuchen untergebracht. Es ist sicher nicht das schönste Schloss (deshalb ist er ja auch nach Drottningholm gezogen) dafür ist die Parkanlage wirklich toll. Sehr weitläufig an einem schönen See gelegen.
Als nächstes haben wir uns den Park rund um das "Ulriksdals slott" vorgenommen. Das Schloss war unter anderem Wohnsitz von König Gustaf VI Adolf und für Karl den XV. Hier gibt es nix weiter zu berichten. Wir haben einen schönen Spaziergang im Schlosspark gemacht und hatten dadurch ein schönes entspanntes Wochenende.
Die letzten Wochen Schweden...
... brechen nun an. Sieben Monate sind schon verstrichen, verflogen - im nu vergangen. Obwohl es noch sechs Wochen bis zu unserer Heimreise sind, fangen wir im Geiste schon an unsere Rückfahrt zu planen. Es fängt damit an, dass wir unseren letzten Berlin Besuch vorbereiten. Ist ja nicht viel zu machen, außer überlegen, welche Sachen schon mal wieder nach Deutschland eingeflogen werden können, damit unser kleiner C3 nicht einen Achsbruch bei der Rückfahrt erleidet. Also, zwei volle Taschen gepackt und dann ab zum Flughafen.
Unser Hauptgrund für diese Reise ist allerdings ein ganz anderer. Meine Mutter gehört nun zu den glücklichen Menschen, die ihren letzten Arbeitstag vor Augen schon die weitere, arbeitsfreie Zeit verplanen können. Ab jetzt heißt es für sie immer nur noch ausschlafen, gemütlich Frühstücken und Zeitung studieren, und ganz in Ruhe ohne Stress die Freizeit verbringen. Juche!
Und wir waren auf ihrer Abschiedsfeier bei der Bank der Sympathie zusammen mit meiner Schwester und dem kleinen Jannek die Überraschungsgäste. Die Überraschung ist uns auch voll gelungen. Den ganzen Tag schon völlig aufgeregt und aufgekratzt, haben wir ihr noch den Rest gegeben.
Die SmoliBrodts wünschen Dir für Deine weitere Zukunft alles Gute und viele Spaß bei Deinen weiteren Vorhaben.
Nachdem wir mal wieder ein super schönes, vor allem sehr warmes, Wochenende in Berlin verbracht haben, bereiten wir uns nun auf das nächste Highlight vor. Unser nächster Besuch.
ab Samstag 23.04.
Christiane, Jannek und Piet werden für zwei Wochen unsere Gäste sein. Die erste Woche wollten wir in einem kleinen Ferienhaus ca. 150 km nördlich von Stockholm verbringen. Wollten bedeute, dass es Probleme mit der Warmwasserleitung gibt und wir kurzerhand in ein Hotel umgebucht wurden. Mal sehen wie das so wird.
Gestern sind die drei gelandet und nun machen wir uns gleich auf den Weg gen Norden.
In einer Woche sind wir wieder in Stockholm und vielleicht finde ich dann schon etwas Zeit unser Tagebuch mit spannenden Geschichten von Jannek und Co. zu füttern. Bis dahin wünsche ich allen steigende Temperaturen. Hej då!
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So, jetzt geht es los. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Es sind nur zwei Autostunden und so kommen wir frisch und munter in Älvkarleby an. Der Ort ist sehr übersichtlich und so haben wir auch recht schnell unser Hotel gefunden. Wie unser eigentlich gebuchtes Haus ausgesehen hätte, wissen wir nicht, aber mit dem Hotel sind wir sehr zufrieden. Es besteht aus mehreren Gebäuden und liegt sehr idyllisch an dem Fluss Dalälven.
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Hier hat die Fa. Vattenfall einen Staudamm zur Stromgewinnung errichtet. Unterhalb des Staudammes werden in den Stromschnellen wohl mehr Lachse und Meerforellen gefischt als anderswo in Schweden. So waren die Ufer des Flusses auch mit reichlichen gutgläubigen Fischern versehen. Wann immer wir dort waren und spazieren gingen oder Jannek dabei halfen dicke Steine ins Wasser zu schmeißen, wir haben nicht einen Fisch an der Angel gesehen.
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In Älvkarleby kann man nix weiter machen als spazieren gehen und die wunderschöne Landschaft genießen. Es gibt eine Pizzeria und einen Konsum (!) im Ort und jede Menge Wasser und Fischer und keine Fische. So waren wir also bei täglichem Sonnenschein draußen und haben uns erholt. Jannek hat jeden dritten Stock gesammelt (das waren Sägen, oder Schwerter, oder Angelrouten) hat sich die Jackentaschen voll Steine gepackt (man weiß schließlich nie, wann es eine gute Gelegenheit gibt Steine ins Wasser zu schmeißen und dann hat man womöglich keine) und erkundete die Natur.
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Sehr wackelig und sehr lustig waren die zwei Hängebrücken, die wir auf unserem Weg zu dem Indianercamp (unserem Rastplatz) überqueren mussten. Das machte allen und vor allem Jannek viel Spaß. Hüpfen, rennen, wackeln, bis uns ganz mulmig im Magen wurde.
Am Rastplatz angekommen ging gleich jeder seinen Lieblingsbeschäftigungen nach. Lesen, sonnen, schlummern, Floße bauen - die dann leider in den Fluten davon trieben, Steine angeln etc. Der nahe gelegene Campingplatz lockte ab und an zu einer Tasse Tee oder Kaffee.
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Ein weiteres schönes Ausflugsziel war die Gävlebucht. Hier am Rullsand - Strand haben wir herrlich im Sand gelegen (natürlich in voller Montur) und aufs Meer geschaut. Oder wir haben Piet dabei beobachtet, wie er die größte und tollste Sandburg/Baustelle für Jannek baute. Um diese Jahreszeit so gut wie menschenleer, hatten wir eine Menge Spaß.
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Auf einem unserer Spaziergänge haben wir eine geheimnisvolle Quelle entdeckt. Wer von ihrem Wasser trinkt bleibt ewig jung und schön, alles Leiden verschwindet und man kann durch die Welt hüpfen wie ein junges Reh. Ist das nicht eine schöne Vorstellung! Begierig das edle Getränk in uns aufzunehmen und endlich wieder der Jugend ins Gesicht zu schauen tranken wir und tranken wir und siehe da - es wirkt, oder etwa nicht?!?
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Jannek fand die Schöpfkelle eher toll zum Wasserplantschen, aber mal ehrlich, er hat es von uns allen wohl am wenigsten bis gar nicht nötig. Aber wir "älteren" fanden das Wasser sehr erfrischend.
Zum Abschluss dieser tollen Woche gab es noch etwas ganz Besonderes - die Walpurgisnacht. Am Abend des 30. Aprils wird in Schweden Valborgsmässoafton - kurz Valborg - gefeiert, ein Brauch, der seinen Ursprung eigentlich in Deutschland hat. Die heilige Walpurgis, die im 7. Jahrhundert als Äbtissin im heutigen Deutschland gelebt hat, ist zum Vorbild für die schwedischen Valborg-Feiern geworden. Ursprünglich ging es darum den Hexen Furcht einzuflößen.
Auch bei uns in der Nähe wurde die Walpurgisnacht gefeiert. Es gab ein riesiges Lagerfeuer (das uns gut aufwärmte), eine Korvbude (heiße Würstchen), ein Auftritt des örtlichen Männerchors (alle mit ihren Studentenmützen auf) und zum Abschluss ein tolles Feuerwerk. Es hat uns allen gut gefallen zusammen mit den Schweden den Sommer zu begrüßen und darauf zu hoffen, dass es endlich wärmer wird (nicht nur am Feuer).
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Wir hatten wirklich eine tolle Woche zusammen und freuen uns jetzt auf ein paar schöne Tage in Stockholm. Wir sehen uns gleich im Mai wieder. Leider bin ich etwas im Verzug mit dem Schreiben, aber das wird sicher keinen stören. Bis gleich!
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