Dezember

Herzlich Willkommen im Dezember. Der schönste Wintermonat. Zum einen haben wir die schönsten Feste des Jahres - Weihnachten und Silvester, der süße Jannek hat Geburtstag und meine Freundin Jennifer (am gleichen Tag!) zum anderen ist am 22.12. Wintersonnwende und die Tage werden wieder länger. Juhu, der Sommer kommt zurück!
Das dauert natürlich noch son bisschen aber es gibt Hoffnung, dass dieses trübe, regnerische Wetter und die dunklen Tage auch mal wieder ein Ende haben.

Bis dahin genießen wir allerdings noch die schön geschmückten Häuser und die spärlich gesäten Weihnachtsmärkte in Stockholm. (Da seid Ihr in Berlin echt verwöhnt.)

Nach dem wir ja nun schon herrlichsten Schnee hier bei uns hatten und der eine Woche gebraucht hat wieder zu verschwinden, haben wir nun recht "mildes" Wetter. Ähnlich wie bei Euch. Wir haben hier bewölkte 5 Grad und es hat den Anschein, dass die Sonne Winterschlaf macht oder auf ausgiebiger Weihnachtsgeschenkeshoppingtour ist. Ich hab sie jedenfalls schon seit ein paar Tagen nicht gesehen.

Das Wetter ist so "warm", dass wir am zweiten Advent sogar mit dem Fahrrad durch Stockholm gedüst sind.

Skansen

Ziel unseres kleinen Fahrradausfluges war die Insel Djurgården. Hier befindet sich "Skansen" das älteste Freilichtmuseum der Welt. Gegründet 1981 kann man hier die Schwedische Kultur der letzten fünf Jahrhunderte bestaunen. Auf einem riesigen Gelände sind div. alte Häuser aufgebaut worden. Bauernhöfe, Handwerker, Glashütten etc. Alles so wie es früher einmal war.

Außerdem befindet sich noch ein ZOO in Skansen (Djurgården bedeutet auf Deutsch Tiergarten). Und das war unsere Gelegenheit endlich mal nach über drei Monaten Schweden einen echten lebenden Elch zu sehen. Die haben ganz schön lange Beine. Es war schon toll Elchmutter und Elchvater (genannt Edmund) und die Elchkinder zu sehen.

Aber eigentlich sind wir nach Skansen gefahren um den dritten und damit letzten offiziellen Weihnachtsmarkt von Stockholm zu begutachten. Dieser "Julmarknad" ist auch eindeutig der schönste. Das Modernste das es hier zu kaufen gibt ist ... ? Da fällt mir gar nix ein. Es gab selbst gemachte Marmelade, Käse- und Wurststände, Knäckebrot und "normales" Brot, schönen Weihnachtschmuck, fertig eingepackte Geschenke von denen man nicht weiß was drin ist (komisch) und natürlich Glögg und heiße Suppe, Waffeln und heiße Schokolade. Also alles ganz ganz nette Stände. Die Verkäufer hatten alle Trachten an und zur Untermalung gab es live gespielte traditionell schwedische Musik.

Nett waren auch ein paar Lotteriestände. Es gab die "Chokladlotteri", die "Julklappslotteri" (das sind eingepackte Geschenke), die "Ostlotteri" (Käse, Käse, Käse) und die "Matkorgslotteri" (Präsentkörbe mit schwedischen Leckerein). Das Glück war uns leider nicht so hold an diesem Abend. Bis auf ein "Smörknif" ein typisches Buttermesser aus Holz war nichts zu holen.

Santa Lucia

Zufällig wurde in Skansen auch noch die "Lucia" von Stockholm gekrönt.

Der echte Lucia-Tag ist zwar erst der 13.12. - aber heute wurde sie schon mal gekrönt.

Und das ist sie - unsere Lucia von Stockholm.

 

Wer war überhaupt diese Lucia?

St. Lucia ist eine Heilige aus Sizilien (3. Jh.) die in Schweden besonders verehrt wird weil sie Schweden vor einer Hungerkatastrophe bewahrt hat. Laut alter Erzählungen brachte sie mutig den frühen Christen, die sich wegen der Verfolgungen in Höhlen und Katakomben versteckt hatten, regelmäßig etwas zu Essen. Um beide Hände frei zu haben überlegte sie sich für die Wege durch die dunklen Gänge eine Konstruktion um die Kerzen auf dem Kopf zu tragen. Im Gedenken an die hilfreichen Taten der Heiligen bringen die Kinder morgens ihren Eltern das Frühstück ans Bett. Der ältesten Tochter fällt dabei die Rolle der Santa Lucia zu: sie ist wie eine Braut weiß gekleidet, mit einem roten Seidenband um die Hüften und trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf.

Das alles findet aber erst am 13.12. statt und bis dahin müssen wir uns mit dem Öffnen der Türchen unseres Adventskalenders begnügen.

Wir wünschen allen einen schönen zweiten Advent gehabt zu haben.

ab Montag 06.12.

Wie wir alle wissen ist heute Nikolaus. Die Schuhe müssen geputzt werden damit wir schöne Sachen geschenkt bekommen und nicht in den großen Sack zu den unartigen Kindern gesteckt werden.

Da habe ich also geputzt und geputzt und was war ... nix!

Das lag nicht etwa daran das ich unartig war oder das Mario nicht zum Einkaufen gekommen ist (er heißt schließlich nicht Nikolaus) sondern die kennen das hier in Schweden gar nicht. Nikiläusi hat zwar heute Namenstag aber das war’s dann auch schon. Und woher soll er wissen, dass ich hier mit geputzten Schuhen sitze und auf ihn warte. Der kommt gar nicht erst nach Schweden. Erst zu Weihnachten. Das ist ja nen dolles Ding. Soviel dazu.

Mit geputzten Schuhen starte ich die Woche.

Und die steht ganz in Vorbereitung unserer Gäste, die wir ab Donnerstag in unserem heimeligen Heim begrüßen dürfen.

Besucheralarm!

Heute haben wir Dieter und Christiane vom Stockholmer Flughafen Arlanda abgeholt. Nach einem turbulentenfreien Flug ging es ausgehungert und fast verdurstet direkt in die Inedalsgatan. Hier konnte ein Gläschen Prickelwasser und ein leichtes Abendmahl über die herbe Enttäuschung über den Flug mit SAS ein wenig hinwegtrösten. Man bekommt weder etwas zu essen, noch etwas zu trinken. Jedenfalls nicht for free sondern nur gegen Bares. Bei den Flugpreisen ist das schon ganz schön unverschämt.

Nach einer ausgiebigen Wohnungsbesichtigung haben wir uns gleich auf den Weg zu unserem geliebten Stadthuset gemacht. Die herrliche "skyline" von Södermalm bewundernd sind wir dann noch ein wenig durch Gamla Stan geschlendert bevor uns der eiskalte Wind in die Tunnelbana in Richtung Kungsholmen getrieben hat.

Da wir mittlerweile erprobte Stadtführer sind, haben Mario und ich einen schönen Aktivitätenplan zusammengestellt. Wünsche, wenn geäußert, wurden natürlich berücksichtigt.

So startete der Freitag für unsere Gäste mit einer Stadtrundfahrt. Ist immer praktisch, man sieht und hört viel und bekommt einen ersten Eindruck. Anschließend vergnügte sich mein Vater im Vasamuseum und wir zeigten Christiane die besten Gelegenheiten Geld auszugeben.

Wieder vereint bummelten wir ein wenig durch die Fußgängerzone bis nach Gamla Stan wo wir uns alle bei einem winzigen Becherchen Glögg aufwärmten. Im Glöggland ist es üblich das heiße Gebräu in winzig kleinen Bechern zu servieren. Also nicht so schöne große Tassen wie bei uns, sondern kleine Kinderkaufmannsladentassen.

Gut gestärkt haben wir dann eine kleine Tour nach Råcksta gemacht. Das ist der Bezirk in dem Mario arbeitet. Hier haben wir uns das große Gelände von Vattenfall angeguckt und uns dann von Mario verabschiedet. Er hat heute Weihnachtsfeier. Leider gibt es in diesem Jahr keine traditionelle Feier sondern das diesjährige Fest steht unter dem Motto "Garagenrock". Bei lauter Rockmusik, einer Menge Bier und rockigen Lederoutfits haben sich alle prächtig amüsiert.

Derweil sind wir restlichen Drei zurück auf unsere kleine Insel und haben uns auf den Besuch der "Ice-Bar" vorbereitet. Hier war es wie immer recht kalt und wie immer sehr nett. Ein Besuch in der Ice-Bar ist absolut touristisch - aber son bisschen gehören wir ja auch zu der Gattung Touris.

Samstag haben wir noch einmal die komplette Fußgängerzone unsicher gemacht. Schließlich landeten wir wieder in Gamla Stan wo ein weiterer Höhepunkt auf uns wartete - der Wachwechsel. (Mario und ich könnten wahrscheinlich schon mit marschieren so oft haben wir das Spektakel schon gesehen.) Und auch diesmal hat der Wachwechsel, begleitet von Militärtrommler mit recht künstlerischem Geschick, reibungslos geklappt.

Anschließend hat uns die Tunnelbana zum Wohnhaus unserer Silvia gebracht. Im Allgemeinen nennt man das Haus auch Schloss Drottningholm. Und wieder hat uns Silvia nicht zum Tee eingeladen. Wir könnten das mittlerweile fast persönlich nehmen. Einzige Entschuldigung für sie: Gestern wurden die Nobelpreise verliehen und Silvia hatte bestimmt einen recht langen Abend und vielleicht auch ein wenig Kopfschmerzen heute Morgen. Wer weiß!

Zur Entschädigung haben Silvia und Carl Gustav einen gemütlichen kleinen "Julmarknad" vor ihrer Tür aufgebaut. Das ist dann schon unser vierter Weihnachtsmarkt hier in Stockholm. Und auch hier wieder Winzigbecherglögg und jede Menge nette Stände.

Abends ging es dann ins Restaurant "Flemings" zum "Julbord". Julbord bedeutet ein fröhliches Beisammensein mit vielen anderen Menschen, die an diesem Tage ihre Betriebsweihnachtsfeier haben oder einfach einen netten Abend genießen wollen. Das Ganze wird durch typisch Schwedische Gerichte bereichert. Es gab jede Menge Hering (in allen möglichen Soßen eingelegt), Lachs in verschieden Varianten, Rote-Beete-Salate (von dunkelrot über pink bis hellrosa war alles dabei), normale Salate, Aufläufe, Fisch, Fisch, Fisch, Käse und ein kalorienhaltiges Nachtischbuffet. Es war für jeden etwas dabei und wir waren alle recht schnell pappesatt und kurz vor der Bewegungsunfähigkeit. Da half nur noch ein Abendspaziergang am Ufer des Mälersees.

Kinder wie die Zeit vergeht!

Und schon ist der Sonntag da. Die Abreise von Dieter und Christiane naht mit schnellen Schritten. Vorher sind wir aber noch mal eben nach Uppsala gefahren. Liegt zwar nicht gerade ganz dicht bei Stockholm, ist aber nicht weit vom Flughafen entfernt also ein gutes "wir wollen noch was machen und dann direkt zum Flughafen fahren" Ziel. Gesagt getan. Auf nach Uppsala und Studenten besichtigen (wer das nicht versteht gehört wahrscheinlich meiner Generation an, gut, dass du das nicht verstehst). Uppsala wie immer recht nett (im Sommer allerdings viel schöner) hat nicht mal einen Weihnachtsmarkt. Kein Abschiedsglögg. Bäh!

Dafür haben wir eine kleine "Lucia-Prozession" gesehen. Lucia Tag ist zwar erst der 13.12., aber weil heute Sonntag ist, wird heute schon mal ein bisschen Lucia gefeiert.

Die jungen Mädels haben mit glockenklaren Stimmen Weihnachtslieder gesungen. Sehr festlich!

 

Alles Schöne hat einmal ein Ende und dieses Ende war am Flughafen. Es waren zwei schöne Tage und für die ganzen Mitbringsel und sonstigen Annehmlichkeiten möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei Dieter und Christiane bedanken. Tack och hej då!

God Jul!

Wir wünschen Euch allen ein schönes fröhliches Weihnachtsfest mit netten Geschenken, leckerem Gänsebraten, wenig Stress und Phil-Harmonie.

Wir düsen jetzt erstmal zurück nach Berlin, trinken ein bisschen Glühwein und genießen die Treffen mit unseren Freunden und unseren Familien.

HO HO HO - bis baaaaaald!

Die letzten Tage des Jahres!

Hej hej, da sind wir wieder.

Wir hatten tolle Tage in Berlin und ein sehr gemütliches Weihnachtsfest. Diesmal waren wir ja ein paar Tage länger in unserer alten Heimat, so dass wir genug Zeit hatten uns mit all unseren Lieben zu treffen und auch mal gemütlich durch die Wilmi schlendern konnten.

Ganz besonders nett war der Besuch des Weihnachtsmannes. Auch wenn er natürlich hauptsächlich für den kleinen Jannek kam. Wir "Erwachsenen" hatten auch unseren Spaß und wir haben sogar alle ein Geschenk (oder auch zwei...) bekommen.

Nach Gänsebraten und Co. bereiten wir uns nun langsam auf das Ende des Jahres vor.

Ein bisschen Alltag, ein paar liebe Gäste und ein hoffentlich schönes Sylvester erwarten uns die Tage.

Tschüüüüüüüüß

Ich verabschiede mich heute schon mal von Euch. Heute kommen die ersten Party-Gäste aus der fernen Heimat bei uns an und da muss ich noch ein wenig Ordnung schaffen.

Wir wünschen allen Menschen auf dieser Welt alles Gute für das neue Jahr. Vor allem den Betroffenen und Opfern der Flutkatastrophe alles Glück der Welt.

Dieses Jahr ist es sicher noch vernünftiger sein Geld für einen guten Zweck zu spenden statt es in die Luft zu verpulvern.

Allen einen guten Ruuuuuuuuuuutsch ... ins Jahr 2005. Bis bald!

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