GOTT NYTT ÅR

hej hej, da sind wir wieder. Wir wünschen Euch allen ein gesundes, interessantes und erfolgreiches neues Jahr. Wir hoffen Ihr seid alle gut reingerutscht und hattet einen guten Start.

Wir hatten einen sehr guten Start und sind ebenfalls sehr gut gerutscht. wuuuusch!

Mit dabei waren unsere lieben Freunde Ina, Manu und natürlich der Olli, die bereits am 30.12.2004 über Lübeck mir Ryanair angereist sind.

An dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an Stefan und Jessi. Geplant waren auch sie als Silvestergäste doch gewisse Umstände verhinderten dies.

 

Am 31.12. haben wir noch ein wenig die Stadt unsicher gemacht und unseren Gästen schon mal Gamla Stan und die Einkaufscity gezeigt. Selbst im arbeitsreichen Schweden haben heute die "meisten" Geschäfte um 14.00h zu gemacht. Da blieb dann nur noch der Supermarkt zum Shoppen. Denn son Supermarkt ist in fremden Ländern schon mal ein kleines Erlebnis. Obwohl es hier ganz ganz viele Produkte zu kaufen gibt auf denen alles auf Deutsch steht (das ist dann weniger spannend) hat es den Frischlingen glaube ich ganz gut gefallen.

Anschließend haben wir uns ganz in Ruhe mit einem Topf voller Spaghetti auf unsere kleine Silvesterparty vorbereiten.

Irgendjemand hatte uns mal das Ammenmärchen erzählt, dass die Schweden nicht "knallen" (Silvesterböller) sonder "nur" Raketen abfeuern. Bis ca. 20.00h hatten wir das auch alle geglaubt. Wir saßen alle da und hatten gar kein richtiges "Silvester-Gefühl", weil es draußen so leise war. Ist man von Berlin ja doch ganz anders gewohnt.
Aber dann ging es los. So nach und nach wurde es immer mehr mit dem Geknalle und bald fühlten wir uns fast wie in Berlin.

Um so richtig gut ins neue Jahr zu rutschen haben wir uns auf unseren "Hausberg" begeben. Hier hat sich halb Kungsholmen versammelt und irgendwann hat dann eine Gruppe mit dem Countdown angefangen und dann knallten auch schon die Sektkorken. Schnell haben wir unsere Wunderkerzen angezündet und das neue Jahr begrüßt. Wunderkerzenhaltend haben wir dann die ganzen Raketen bestaunt, die am Himmel in allen möglichen Farben explodierten. Das war wirklich alles sehr schön.

Nach Bleigießen und Wiener Spandauer (das war das einzige, was son bisschen an Pfannkuchen rankam) haben wir es uns in unserem Heim gemütlich gemacht.

Das war unser Sverige-Silvester!

Silvia wir kommen!

So lautete unser Motto, als wir frisch und munter am 01.01.2005 in Silvias Garten einfielen. Wir sind also zum Schloss Drottningholm gefahren. Jetzt ist fast die Hälfte rum von unserem Schwedenbesuch und Silvia hat sich immer noch nicht blicken lassen.

 

Wir stiefelten erstmal durch ihren Garten. Schlecht gestreut hatten wir unsere Mühe auf den zugefrorenen und glatten Wegen zu laufen, hatten aber auch unseren Spaß. Vor allem unsere drei Männer.

Wir hatten alle unseren Spaß und Ina hat probiert möglichst alles auf Chip festzuhalten. Bilder, Filme, Bilder, Filme... unsere Kamerafrau hat ein neues Hobby gefunden.

Auf diesem Weg war es so glatt, dass es nicht möglich war bis ganz nach oben zu kommen. Ina und ich haben uns köstlich über die drei amüsiert. Der eine oder andere Sturz blieb natürlich nicht aus und seit dem leiden die beiden Herren ein wenig - Rückenschmerzen, Ellenbogenschmerzen, Knieprobleme etc - Mann ist eben keine 15 mehr.

Nett aber ein bisschen unheimlich war dann noch ein zugefrorener See. Wer traut sich als erstes und am weitesten aufs Eis?!?

Ein wenig durchgefroren machten wir uns nun wieder auf den Heimweg. Doch kaum war die Kamera verstaut und gut verpackt, passierte es. Wir waren gerade auf dem Weg zum Parkplatz als plötzlich hinter uns zwei Autos der Marke BMW angefahren kamen. Und fast jeder weiß, wenn man auf dem Schlossgelände einen BMW sieht, sollte man schön die Augen offen halten und genau ins Auto gucken. Schließlich wohnt hier unsere Silvia und die muss ja auch mal das Schloss verlassen. Und dann war es soweit. Wie gesagt, die Kamera gerade verstaut fuhren Silvia und Carl Gustav an uns vorbei. Er am Steuer und sie quasi darauf wartend, dass Mario ihr zuwinkt und sie zurück winken kann. Wir konnten es gar nicht fassen. Ina zuppelte an ihrer Kameratasche und ich versuchte weitere Insassen auszumachen. Und dann waren sie auch schon vorbei. Kein Foto für uns aber dafür Silvias Lächeln aus zwei Metern Entfernung für immer in unserem Gedächtnis verankert.

Das ist doch wirklich ein guter Start für das neue Jahr.

Völlig aufgedreht ging es dann zurück in unser gemütliches Heim.

Der Sonntag wurde zum Einkaufsbummeltag ernannt. Zum Glück haben hier in Stockholm die Geschäfte auch am Sonntag auf (in Berlin brauchen wir so was aber wirklich nicht), sonst hätte Ina gar nicht die ganzen "Schöne-Dinge-Läden" besuchen können. Shopping muss im Urlaub schon mal sein und so ging es den ganzen Sonntag quer durch die Stadt zum Geld ausgeben. Unterbrochen wurde die Aktion nur von son bisschen Wachablösung vor dem Königspalast. Obwohl Mario und ich das ganze Spektakel nun schon ein paar Mal gesehen haben, ist es immer wieder faszinierend. Wir hatten heute ein ziemlich gutes Militärorchester. Die haben toll gespielt und eine richtige Performance hingelegt. Das war für unsere Kamerafrau genau das richtige um den Speicher zu füllen.

Alles Schöne hat leider irgendwann ein Ende und dieses Ende naht nun mit schnellen Schritten. Am Montag hieß es Abschiednehmen.

Wir hatten viel Spaß miteinander und ein sehr schönes Silvester. Wir hoffen den Dreien hat es auch gut gefallen. Vielen Dank für Euren Besuch und eine dicke Umarmung nach Berlin.

ab Dienstag 04.01.

Nun da die Berliner weg sind, kehrt unser Alltag wieder ein. Na ja, fast jedenfalls. Der jugendliche glatteisschlitterer Mario kann sich kaum noch bewegen. Verdacht auf Hexenschuss! Also ab zum Onkel Doktor. Hier in Schweden gibt es "Vårdcentralen" (Ärztehäuser) denen man Bezirksweise zugeordnet ist. Wir also so schnell wie möglich (Schneckentempo) dorthin. Erstmal heißt es warten, denn der Arzt kommt erst um 9.30h.
Dann endlich im Sprechzimmer, bestätigt sich unser Verdacht. Hexenschuss! Und dann ging es los: die Formalitäten müssen geklärt werden. Kein richtiges Formular keine Medikamente. (Mario kann sich kaum bewegen und hat ziemliche Schmerzen). Ab nach Hause und alle Unterlagen zusammensuchen die wir haben. Unsere Schwedische Personennummer (ganz ganz wichtig in Schweden, damit kann jeder legitimiert und identifiziert werden) ist nicht so richtig richtig, da wir ja nur für neun Monate hier sind und nicht länger als ein Jahr. Somit kann der Arzt uns auch nicht im Computer finden und er braucht Formulare. Also Krankenkasse in Berlin anrufen. Die faxen ein Formular zum Arzt (ein ganz neu Entwickeltes für alle EU Länder gültig), dieses kennt der Arzt aber nicht und will es nicht akzeptieren. Er will das ALTE haben, das von dem NEUEN abgelöst wurde, wovon er aber nichts weiß. Mario hat immer noch Schmerzen. Nach mehrmaligen Telefonaten mit der Krankenkasse einigen wir uns alle darauf, das sich die in Berlin darum kümmern, ein Fax an den Arzt schicken und wir bzw. Mario bekommt endlich das lang ersehnte Rezept für die Schmerztabletten die er auch dringend braucht. Das war eine Tortour. Zumindest haben wir jetzt mal eine Schwedische Arztpraxis kennen gelernt. (Übrigens waren alle super nett und freundlich und bemüht und besorgt ...).

Somit hat Mario also den Dienstag schon mal zu Hause verbracht.

Mittwoch hat er sich dann zur Arbeit geschleppt. (Der Arzt meint er könne ruhig arbeiten gehen und Bewegung sei sowieso gut)

Donnerstag war hier zum Glück Feiertag (heilige drei Könige) und Mario konnte zu Hause bleiben.

Freitag hat er dann von zu Hause aus gearbeitet. (Internet ist echt was Tolles!)

Na und Samstag und Sonntag war Wochenende.

Es hat mir richtig gut gefallen, dass Mario so viel zu Hause war. Das Wetter war auch so blöde (Regen, Sturm, Regen) , dass wir es uns zu Hause so richtig gemütlich gemacht haben.

Und heute am Montag regnet es schon wieder. Mario ist zur Arbeit, weil es ihm schon wieder viel besser geht und ich sitze hier und schreibe ein bisschen Tagebuch, werde gleich den Haushalt schmeißen und vielleicht ein wenig Schwedisch lernen und ein bisschen relaxen.

Eins habe ich allerdings schon gemacht. Nachdem meine Mutter bei uns in der Wohnung das ALTE Auslandskrankenkassenformular noch aufgestöbert hat und es uns per Post geschickt hat, bin ich heute noch mal zum Arzt und habe dieses abgegeben. Jetzt sind alle glücklich, denn unsere Krankenkasse hatte noch nichts gefaxt. Sollen die sich doch einigen, welches Formular nun das richtige ist.

Bis die Tage Ihr lieben Leute.

ab Dienstag 10.01.

Hej hej, da bin ich wieder.

Nach einer kleinen Verschnaufpause schreibe ich jetzt mal wieder ein bisschen.
Allzu viel passiert hier nicht im Land der Schweden, deshalb wird es auch ein kurzer Tagebucheintrag. Aber ich muss ja nicht immer halbe Romane schreiben.

Das Wetter ist ähnlich trübe, grau und nasskalt wie in Berlin. Nachdem es Anfang Januar viel viel zu warm war (auch hier im fast hohen Norden) hat sich nun der Winter zurückgemeldet. Seit dem Wochenende ist es ganz schön kalt geworden. Die eine oder andere Schneeflocke verirrt sich auch ab und zu auf unsere Erde, aber noch reicht es nicht für eine Schneeballschlacht. Eiskalter Wind hat uns am Wochenende von langen Außerhausaktivitäten abgehalten, so dass wir es uns in unserer schönen Stockholmer Wohnung gemütlich gemacht haben.

Davor das Wochenende waren wir ganz unspektakulär auf Heimaturlaub in Berlin. Ein bisschen Familien, ein paar Freunde und schon ging es auch schon wieder zurück.

Mein alter Schulkumpel David ist seit Januar auf Vaterurlaub und kümmert sich nun den ganzen Tag um den kleinen Hugo. Letzten haben wir uns zum Mittagsschlafspaziergang getroffen. Beim anschließenden Lunch in einem Restaurant konnte David seine Vaterqualitäten unter Beweis stellen. Um uns herum mindestens 20 Mütter mit Kleinkindern, die alle zack zack zack die Kleinen gefüttert, versorgt und selbst gegessen hatten. Bei uns lief es auch ganz gut. Ich kann ja nicht sehr viel Erfahrungswerte dazu bei steuern, aber wir hatten Hugo gut im Griff. Er ist aber auch ein sehr ruhiges und braves Jüngelchen.

Marios Hexenschuss ist abgedüst und er ist wieder voll beweglich und fleißig am Arbeiten und Sport treiben. Unser Schwedischkurs läuft immer noch (aber nicht mehr lange zum Glück). Unser anfänglicher Optimismus diese Sprache zu lernen, ist schon fast ganz verschwunden. Irgendwann zwischen Grammatik (bäh!) und diesen komischen Ausspracheregeln (ätz!) ging er verloren (der Optimismus). Wir haben festgestellt, dass unsere Englischkenntnisse ausreichen um über die Runden zu kommen.

Aber son bisschen Zeit haben wir ja noch unsere erworbenen Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen, denn wir haben ja gerade mal Halbzeit. Irgendwie vergeht die Zeit schnell, aber irgendwie auch wieder nicht. Wenn wir mit dem Kalender in der Hand die nächsten Wochen planen, habe ich dass Gefühl, dass wir schon bald wieder abreisen und ich schon mal die Fähre buchen sollte. Aber alles Blödsinn, noch haben wir vier Monate.

So das war’s dann auch schon wieder meinerseits. Ich werde jetzt unter leichtem Schneefall in die City bummeln und gucken was es dort so alles gibt. Vielleicht wird daraus ja ein kleines bisschen Shopping. hej då!

die Semlor sind los. ..

Im Januar und Februar ist Semlor-Zeit!

Semlor sind große Hefeteilchen die mit Schlagsahne und Marzipan gefüllt sind.

Man nennt sie auch "Fastlagsbullar" = Fastnachtsteilchen.

 

An jeder Ecke kann man so ein leckeres Teilchen kaufen und auf verschiedene Arten genießen. Entweder man beißt rein wie in einen Hamburger (das wird dann eine klebrige und schmadderige Angelegenheit) oder man ist es ganz gesittet mit Kuchengabel. Viele legen den Semla auch in einen tiefen Teller mit heißer Milch und weichen dadurch das Brötchen ein wenig auf. Wie auch immer man die Semlor ist, sie bleiben sehr sahnig und sehr süß.

Im großen weiten WWW habe ich noch folgendes gefunden:

Das Wort "Semla" stammt ursprünglich von "simila" ab - lateinisch für "das feinste Weizenmehl". In früheren Zeiten sollte man sie nur am Fastnachtsdienstag essen, aber heutzutage isst man Semlor" während der ganzen Winterzeit. Bis vor einigen Jahren konnte man sie nur jeden Dienstag kaufen, doch mittlerweile bekommt man sie auch an jedem anderen Wochentag. "Semlan" ist ein "altes" Teilchen, noch aus der Zeit als Schweden ein katholisches Land war (vor dem 15. Jahrhundert). Zu dieser Zeit wurde mehrere Wochen vor dem Osterfest gefastet. Die Zeit vor der Fastenzeit wurde "fastlag" genannt. Es war eine Zeit in der man sehr viel aß, um das Fasten so besser durchhalten zu können.

Heute fasten zwar nur noch die wenigsten Menschen, dafür essen heute alle mehr Semlor!

ab Dienstag 25.01.

Nachdem wir die Woche trotz der fiesen Minusgrade, der Schwedisch-Kurs-Stunden, der Hausarbeit und der normalen Arbeit (eher Mario als ich) gut überstanden haben, freuen wir uns auf das Wochenende. Die Sonne lacht, der Schnee ist fest und wir fahren ein bisschen Shoppen und danach raus in die Natur zum Spazieren gehen. Unser Ziel heißt Jakobsberg. Das ist ein Randbezirk von Stockholm und liegt direkt am Mälarsee. Ein herrliches Eckchen mit sehr schönen Häusern direkt am Wasser. Der See sieht zwar zugefroren aus, aber so ganz trauen wir dem Augenschein nicht. Wir bevorzugen das sichere Ufer zum "Wandern". Reine Natur ist schon was Schönes. Durch völlige Stille marschieren wir durch die schneebedeckte Landschaft. Gestoppt werden wir nur durch den eisigen Wind der uns um die Ohren weht. Trotz Sonnenschein sind wir ganz schön durchgefroren und freuen uns auf eine heiße Tasse Tee in unserer schönen warmen Wohnung.

Nach dem wir Sonntag erst fleißig beim Sport waren, sind wir anschließend nach Mariefred und Schloss Gripsholm gefahren. Das ist einer unserer Lieblingsorte hier in Schweden. Der Ort strahlt so eine Ruhe aus und die Häuser sind alle so nett anzusehen, da fühlt man sich gleich richtig wohl.

 

Heute ist das Wetter nicht mehr ganz so schön. Eine dichte Wolkendecke bedeckt den Himmel und über Nacht ist das Thermometer etliche Grade hoch geklettert, so dass ganz viel Schnee geschmolzen ist und überall wird es etwas matschig. Dafür ist es nicht so kalt und wir frieren beim Spaziergang nicht so durch. Trotzdem gönnen wir uns im einzigen Cafe von Mariefred eine gemütliche Auszeit begleitet von einem Semla und einer heißen Schokolade.

Mittlerweile habe ich auch das Buch von Kurt Tucholsky "Schloß Gripsholm" gelesen und habe den gleichnamigen Film mit Walter Giller und Nadja Tiller gesehen. Es ist schön über Mariefred und Schloss Gripsholm etwas zu sehen und zu lesen, aber beides kommt wohl nicht in meine Top Ten Liste.

Das war’s dann auch schon wieder mit dem Tagebuch im Januar. Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und nun blicken wir auf Februar, der gleich mit einem Jahreshöhepunkt anfängt. Bis später - hej hej!

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