zum letzten Mal ...
... fange ich einen neuen Monat in unserem "Schweden-Tagebuch" an. Die letzten vier Wochen in Stockholm liegen vor uns.
Aber erstmal fahren wir von Älvkarleby zurück nach Stockholm, wo schon die Speisekarte der Pizzeria in Kungsholmen auf uns wartet, die die beste und größte Pizza bäckt. Wir gehen den ersten Mai richtig gemütlich an und denken überhaupt nicht ans arbeiten (ich sowieso nicht mehr!).
ab Montag 02.05.
Während Mario immer noch sehr fleißig zur Arbeit fährt, macht sich der Rest unserer Truppe nach einem gemütlichen Frühstück auf den Weg in die City. Vielleicht hätte ich mit meiner Schwester besser alleine gehen sollen, ist doch das Warenangebot der Bekleidungsgeschäfte überwiegend auf die weibliche Kundschaft ausgerichtet. Tja, Piet und Jannek ergeben sich ihrem Schicksal und harren aus bis Mama genug geguckt hat und die beiden mit einer Kaffe- und Eispause belohnt. Die Zeit vergeht wie im Fluge und nach dem zweiten Coffee Break müssen wir auch schon wieder zurück, denn der schwer schuftende Mario erwartet uns zum gemeinsamen Dinner zurück.
Am Dienstag folgt Janneks Höhepunkt der Schwedenreise. Wir besuchen den Erlebnispark Junibacken. Hier kann man die Geschichte der Bilderbuchautoren Schwedens nachlesen, sieht die Häuser von Pettersson und Findus, Willi Wiberg (der hier Alfons Åberg heißt) und vielen anderen bekannten Romanhelden.
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Mit den Namen ist das wirklich komisch: warum heißt "Emil aus Lönneberga" in Deutschland und nur in Deutschland "Michel in der Suppenschüssel"??? ("Donald Duck" nennt sich hier übrigens "Kalle Anka"!!!)
Wie dem auch sei, es war sehr interessant im Junibacken. Mit einer kleinen Gondelbahn sind wir durch eine Art Erlebnispark gefahren, wo die bekanntesten Romanfiguren von Astrid Lindgren zu bewundern waren.
Das absolute Highlight war allerdings die "echte" "Villa Villekulla" (Villa Kunterbunt, das Haus von Pippi Långstrump). Hier konnten die großen und die kleinen rein und raus, sehen wie Pippi so wohnt und auf einer Rutsche vom Dach runterrutschen. Dann wurde auch noch ein kleines Theaterstück mit Pippi und den drei wilden Piraten aufgeführt. Es war zwar alles auf Schwedisch, aber trotzdem toll und Jannek war von Pippi ganz begeistert. Schließlich war sie stärker als alle drei Piraten zusammen.
Wer Lust hat sich DEN Pippi-Song in verschiedenen Sprachen anzuhören, der muss einfach hier klicken und sich dann eine Sprache aussuchen.
Jannek ist absoluter Pippi Fan geworden und kann ihre Lieder rauf und runter hören. Besonders das Lied vom Seeräuberopa Fabian.
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Am Mittwoch sind wir dann noch mal in die City, diesmal allerdings in die Altstadt "Gamla Stan". Hier sind wir neben vielen anderen Touristen (langsam geht die Saison los) durch die Gassen gewandelt, haben uns die Schlosswachen angeguckt und den Schwedischen Kaffee probiert.
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Anschließend haben wir uns mit Mario getroffen und sind zu Silvia zum Schloss Drottningholm gefahren. Leider, leider hat sie uns auch diesmal nicht zum Tee eingeladen. Aber wir haben ihren Park genutzt um schön spazieren zu gehen und gegen böse Ritter und Piraten zu kämpfen. Leider wurde ich zweimal ins Gefängnis gesteckt aber der gütige Wärter Jannek hat mich wieder befreit. Wir hatten sehr viel Spaß und nebenbei hat es Jannek noch geschafft sich die Hosentaschen voll Steine zu packen und diverse Stöcke bzw. Degen mitzunehmen.
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Und wieder ging ein schöner Tag zu Ende.
Am Donnerstag war auch hier Feiertag (Christi Himmelfahrt) und so konnten wir uns alle zusammen bei herrlichstem Wetter auf den Weg zum Freilichtmuseum Skansen machen.
Hier befindet sich zum einen der Zoo in dem nordische Tiere zu bewundern sind (Wölfe, Vielfraß, Elche etc.) außerdem sind hier viele alte Häuser aus ganz Schweden wieder aufgebaut worden um das Leben in den verschiedenen Jahrhunderten zu zeigen. Sehr weitläufig das Gelände und sehr interessant. Und die Gelegenheit echte Elche zu sehen. Ansonsten verstecken die sich hier in Schweden schon die ganze Zeit.
Für Jannek war der beste Teil der kleine Rummel. Hier konnte er Kettenkarussell, Autoscooter und Eisenbahn fahren und nicht genug davon bekommen.
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Aber auch der schönste Tag, Urlaub, Besuch geht einmal vorbei und schon ist der letzte Tag unserer Berliner angekommen. Es waren zwei tolle Wochen, in denen wir uns gut erholt haben, viel Spaß zusammen hatten und jede Menge Neues gesehen haben. Mario und ich sind jetzt wieder fit im Fußballspielen und Schwertkampf und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit Jane, Jannek und Piet in Berlin. Gute Reis und bis bald!
ab Montag 09.05.
Und schon geht es weiter. Heute kommt meine Mutter noch einmal für eine Woche zu Besuch. Sie war ja schon im Oktober bei uns und da es ihr so gut gefallen hat und sie ja jetzt auch massig Zeit hat ;) kommt sie eben noch einmal nach Stockholm. Wir freuen uns auf jeden Fall.
Nachdem ich sie vom Flughafen abgeholt habe, machen wir es uns bei uns zu Hause, mit Tee und Kanelbullar, so richtig gemütlich. Dann planen wir die Woche. Die Highlights von Stockholm hat sie schon alle gesehen, deshalb können wir uns ganz in Ruhe der Entspannung und der Erholung hingeben.
Entspannen kann man sich zum Beispiel bei einem gemütlicher Spaziergang am Wasser entlang zum Stadshuset (hier hat man einen tollen Blick auf Gamla Stan und Södermalm). Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis nach Gamla Stan. Hier herrscht absoluter Trubel. Wir haben das Gefühl, dass Massen an Touristen durch die kleinen Gassen ziehen und auf der Suche nach den besten Souvenirs und Fotoobjekten sind. Wir natürlich nicht, wir sind ja keine Touris. Wir suchen uns abgelegene Straßen zum Schlendern, sind natürlich auch in dem einen oder anderen Schöne-Dinge-Laden zu finden, und genießen eine Kaffeepause in der Stadtmission. Ein nettes Cafe direkt am Platz. Ein Teil der Einnahmen kommt Obdachlosen zur Hilfe.
Nicht zu vergessen ist der Wachwechsel vor dem Königsschloss. Immer wieder interessant und unterhaltsam. Leider zeigt sich auch bei diesem Spektakel nie einer von der Königsfamilie. Die haben sicher besseres zu tun, als sich vor die Kameras der Kurzurlauber zustellen.
Interessant war auch ein Tag in Södermalm. Auf dieser Insel, in diesem Bezirk war ich nicht so oft und so haben wir uns beide auf Entdeckungstour gemacht. Neben den Hauptgeschäftsstraßen und den normalen Wohngebieten, gibt es auch eine sehr schöne kiezige Ecke. Entdeckt haben wir zum Beispiel den Greta Garbo Platz. Benannt nach der Greta Garbo, der Schauspielerin, die hier geboren und aufgewachsen ist. Was man nicht alles noch so lernt!
In diesem Teil von Södermalm gibt es ein paar schöne alte Holzhäuser, die an das Stockholm von Früher erinnern. Wir waren genau zur Lunch-Zeit dort und naturliebhabend wie die Schweden nun mal sind, wird jeder kleine Fleck an der Luft für eine Rast oder ein Mittagessen genutzt.
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Am Samstag haben wir uns alle drei auf den Weg nach Birka gemacht. Birka ist ein altes Wikingerdorf und man sagt, es sei die älteste Stadt Schwedens (gegründet um 760 n. Chr.). Man erreicht die Insel Björko, auf der Birka zu finden ist, nur mit dem Boot (klar, ist ja eine Insel). Wir haben die übliche Route gewählt und fahren am Stadthaus los. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden und führt uns durch den Schärengarten des Mälaren. Da wir herrliches und windstilles Wetter haben, können wir die Fahrt richtig genießen. Am Ufer der einzelnen Insel sehen wir nette kleine Häuschen, die uns die Hektik der Großstadt vergessen lassen.
In Björko angekommen, wird von der Birka-Touristenführung gleich ein Rundgang im Museum angeboten. Hier sind viele Fundstücke der Wikinger ausgestellt, von denen man nur zum Teil weiß, von wo sie stammen und wofür sie genutzt wurden. Ist halt doch schon ziemlich lange her alles. So wurde auch ein Modell der Stadt Birka aufgestellt, aber so richtig sicher ist sich keiner, ob das wirklich so war.
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Eins aber weiß man ganz genau: die Helme der Wikinger hatten keine Hörner. Da haben wir nicht schlecht gestaunt. Sind wir doch alle mit dem kleinen Helden "Wickie" aufgewachsen. Und der hatte einen Helm mit Hörnern auf. Alles Quatsch! Hier gibt es noch ein paar allgemeine Infos über Wikinger.
Nach diesem interessanten Rundgang durch das Birka-Museum, haben wir eine kleine Tour zu der Stadt mitgemacht. Da waren wir ein bisschen enttäuscht. Nicht von dieser absolut traumhaften und idyllischen Landschaft, sondern eher davon, dass außer ein paar Steinen, die irgendwelchen Wikingergräbern zugeordnet wurden nix aber auch gar nix mehr von der Stadt zu sehen ist.
Unser Tourguide hat uns zwar gesagt wo die Häuser und die Stadtmauer standen aber es war sehr stark unsere Phantasie gefragt. Na ja, es war trotzdem lehrreich und wir haben das schöne Wetter und die tolle Landschaft genossen.
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Am Sonntag haben wir uns dann noch einmal zu einem letzten Versuch aufgemacht der Königin in die Augen zu schauen. Leider auch diesmal ohne Erfolg. Dafür sind wir wieder durch ihren Park gewandelt und haben die Sonne und das Leben genossen.
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Auf dem Rückweg sind wir an einer großen Wiese vorbeigekommen. Dort gab es wohl gerade einen Angelkurs, jedenfalls standen da einige Leute mit Angelrouten und haben Fliegenfischen geübt. Sa sehr witzig aus, ohne Wasser.
Wir sind dann noch einmal nach Södermalm gefahren, weil wir Mario auch an diesem kiezigen Bezirk teilhaben lassen wollten. Nachdem wir wieder schön durch die Straßen geschlendert sind, haben wir eine riesige Kirche entdeckt. Dort fanden gerade die Proben des Chors "One Voice" statt. Die haben ein tolles popiges Gospellied geprobt, welches sie am Abend in der Regenbogenmesse singen wollten.
Das hat uns so gut gefallen, das wir gleich beschlossen haben zu der Messe zu gehen. Und es war toll. Eine sehr moderne und unkonventionelle Messe, in der es in der Hauptsache um Gleichgeschlechtliche Beziehungen ging. Die Musik war super. Habt Ihr schon mal ein Lied gehört und dazu die Übersetzung in Gebärdensprache gesehen? Das ist echt beeindruckend. Besonders das Lied "Freedom" von Wham! (ich als alter George Michael Fan) ging mir total unter die Haut. Zum einen der Gesang und dann dazu die Gebärdensprache. Irre! Ein tolles Erlebnis, an das wir sehr gerne zurück denken.
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Und dann war auch schon die Woche wieder rum. Meiner Mutter hat es wieder sehr gut gefallen. Wir haben ein paar schöne Sachen gesehen und unternommen. Es war schön, dass sie bei uns war und uns in unserem Endspurt unterstütz hat. Jetzt sind es nur noch zwei Wochen bis wir unsere Zelte abbrechen und zurück nach Berlin kommen. Bis bald!
Die letzten 11 Tage ...
... verbringen wir damit, zu überlegen, was wir noch einmal machen wollen hier in Stockholm. (Ich werde natürlich noch mal durch alle meine liebsten Schöne-Dinge-Läden schlendern.) Ansonsten stellen wir fest, dass wir nicht den Drang haben noch einmal unbedingt dahin oder dorthin zu gehen. Noch ein letztes Mal den Blick von der Stelle aus genießen usw. Wir waren jetzt so lange hier, dass wir die ganzen schönen Dinge mehrmals gesehen haben und reichlich getankt haben für die Zukunft.
Und dann kam mein Geburtstag. Einer der wenigen Male, dass ich den nicht zu Hause mit Freunden und Familie gefeiert habe. Zu meiner Überraschung musste Mario nicht zur Arbeit. Das fand ich schon mal toll, denn ich dachte schon, hmm, den ganzen Tag alleine, auch komisch. Das Wetter hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt, so dass wir raus in die Natur gefahren sind. Wir haben uns an einem See wunderbar in einsamer Stille in der Sonne entspannt. Es war herrlich. Wir sind durch Zufall an einem alten Jagdschloss vorbeigekommen, wo wir in dem schönen Schlossgarten ganz alleine umherwandeln konnten. Abends waren wir dann in einer romantischen Pizzeria lecker Pasta essen. Es war ein sehr schöner Geburtstag. Vielen Dank Mario!
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Am Samstag waren wir in dem Musical "Mamma-Mia". Das war ein Geburtstagsgeschenk von Mario. Es war echt toll. Obwohl alles auf Schwedisch war, war es super super toll. Es hat uns ganz viel Spaß gemacht und wir werden es uns auf jeden Fall in Berlin auf Deutsch angucken.
Am Sonntag sind wir noch einmal durch die City geschlendert. Waren in Gamla Stan, haben uns den Wachwechsel angeguckt und haben ein paar Souvenirs für uns gekauft. Es war ein gemütliches bummeln und eine nette Abschiedsrunde.
Der Rest der Woche ist wie im Nu verrannt. Heute ist Freitag und somit der letzte komplette Tag, den wir in Stockholm verbringen. Ist schon ein bisschen komisch. Neun Monate sind plötzlich vorbei und keiner weiß wo die Zeit geblieben ist. Es war wirklich sehr nett hier in Schweden. Wir haben viele schöne Dinge gesehen und erlebt. Können ein bisschen Schwedisch Sprechen (leider nicht richtig, aber dafür fehlte uns der persönliche Ehrgeiz) und kennen uns in Stockholm richtig gut aus. Wir haben viele nette Besucher hier gehabt und hoffen, dass sie einen schönen Eindruck von der Stadt erhalten haben.
Wir sind gespannt, wie schnell uns der Alltag in Berlin wieder einholt. Ich habe ja noch weiterhin Freizeit, Mario schließt sich für ein paar Wochen an und wir werden gemeinsam auf Wiederentdeckungstour in Berlin gehen. Wir freuen uns auf unsere Familie, unsere Freunde, auf unsere Wohnung und auf Berlin.
Am Samstag geht es um 23.00h von Trelleborg los und wir werden dann am Sonntag um 6.30h in Rostock ankommen.
Ich möchte mich bei all den treuen Lesern bedanken, die fleißig unser Tagebuch gelesen und unsere Erlebnisse verfolgt haben. Es hat mir viel Spaß gemacht unseren Schwedenaufenthalt in Wort und Bild festzuhalten. Aber ein bisschen froh bin ich jetzt trotzdem, dass ich es nicht mehr machen muss ;)
Natürlich bedanken wir uns auch recht herzlich bei der Firma Vattenfall, die uns diesen Aufenthalt ermöglicht hat und bei meinen Kollegen der Berliner Volksbank, die auch dazu beigetragen haben, dass wir hier in Schweden sein konnten.
Liebe Grüße aus Stockholm und wir sehen uns in Berlin - Tanja & Mario












































